Der Süllberg – Blankeneses berühmter Aussichtspunkt

Foto: J.-H. Janßen, CC BY-SA 4.0

Der Süllberg ist der bekannteste Aussichtspunkt in Blankenese – und das aus gutem Grund. Von seinen 75 Metern Höhe überblickt man die gesamte Elbmündung: die Containerkräne im Hamburger Hafen, das grüne Alte Land am gegenüberliegenden Ufer und direkt unterhalb das verwinkelte Treppenviertel mit seinen weißen Kapitänshäusern. Wer den Aufstieg geschafft hat, wird mit einem der schönsten Panoramen Norddeutschlands belohnt.

Dabei ist der Süllberg weit mehr als nur ein Aussichtspunkt. Auf dem Gipfelplateau hat sich über die Jahrhunderte ein kleines Ensemble aus Restaurant, Hotel und Biergarten entwickelt, das Blankenese-Besucher und Hamburger gleichermaßen anzieht. Besonders an lauen Sommerabenden, wenn die Sonne rot über der Elbe versinkt, gibt es in Hamburg kaum einen schöneren Ort.

Eine bewegte Geschichte

Die Geschichte des Süllbergs reicht weit zurück. Bereits im 11. Jahrhundert ließ Erzbischof Adalbert I. von Hamburg-Bremen hier eine Burg errichten, die zur Sicherung der Fährverbindung über die Elbe dienen sollte. Auch eine Propstei entstand auf dem bewaldeten Hügel. Die Anlage wurde jedoch nach kurzer Zeit zerstört – und auch ein zweiter Burgbau der Schauenburger Grafen im 13. Jahrhundert hielt nur wenige Jahre.

Der Name „Süllberg" leitet sich vermutlich vom niederdeutschen „Sülte" ab, was „Sumpf" bedeutet – ein Hinweis auf die einst feuchten Elbniederungen am Fuße des Hügels. Die Blankeneser selbst nannten ihn lange Zeit schlicht „den Berg".

Blick vom Süllberg Richtung Hafen – Foto: Charlotte Heineccius, CC BY-SA 4.0

Vom Ausflugslokal zum Gourmet-Hotspot

Im 19. Jahrhundert entdeckte die wohlhabende Hamburger Gesellschaft den Süllberg als Ausflugsziel. Um 1840 eröffnete das erste Restaurant, zehn Jahre später kam ein hölzerner Aussichtsturm hinzu. Der heute noch erhaltene steinerne Turm stammt aus den 1880er Jahren.

Über Jahrzehnte war der Süllberg eine Institution – bis Anfang der 1990er Jahre ein Investor das Gelände kaufte und abreißen wollte. Mehr als 25.000 Blankeneser unterschrieben dagegen, demonstrierten und retteten ihren Berg. Nach aufwändiger Sanierung eröffnete 2002 das Restaurant unter der Leitung von Sternekoch Karlheinz Hauser neu. Heute führt die Familie Vazzano die Gastronomie mit der Süllberg Alm, einer Pizzeria und dem historischen Kristallsaal für Veranstaltungen.

Restaurant, Biergarten und Hotel

Wer heute den Süllberg besucht, hat die Wahl: Das Alm-Restaurant serviert gehobene Küche mit Südtiroler Einflüssen, die Pizzeria bietet Original-Steinofenpizza mit Elbblick. Bei schönem Wetter lockt der Biergarten, wo man bei einem kühlen Getränk den Sonnenuntergang über der Elbe beobachten kann – ein Ritual, das sich kein Blankenese-Besucher entgehen lassen sollte.

Wer länger bleiben möchte, findet in der Remise am Süllberg ein charmantes Boutique-Hotel mit acht individuell gestalteten Zimmern, teilweise mit direktem Elbblick. Von hier aus lässt sich das Treppenviertel wunderbar zu Fuß erkunden.

Anfahrt zum Süllberg

  • S-Bahn: Linie S1 bis Blankenese, dann zu Fuß durch das Treppenviertel (ca. 20–25 Minuten, rund 200 Stufen)
  • Bergziege: Die Buslinie 488 fährt vom Bahnhof Blankenese bis zur Haltestelle „Waseberg" – nur 4 Gehminuten zum Gipfel. Der Bus trägt seinen Spitznamen zu Recht: Er schlängelt sich durch die engen Gassen des Viertels.
  • Auto: Parkhaus Süllberg direkt am Gipfel (kostenpflichtig). Im umliegenden Wohngebiet ist Parken meist kostenlos möglich.
  • Beste Zeit: Spätnachmittag für den Sonnenuntergang – an klaren Tagen reicht die Sicht bis nach Stade

Die Süllbergstreppe – Foto: Bernhard Diener, CC BY-SA 4.0

Der Aufstieg: Treppen mit Aussicht

Der Weg zum Gipfel ist bereits Teil des Erlebnisses. Mehrere historische Treppen führen durch das Treppenviertel hinauf – die bekannteste ist die Süllbergstreppe, die sich malerisch zwischen weißen Villen und üppigen Gärten den Hang hinaufwindet.

Rechnen Sie mit etwa 200 Stufen und ein wenig Kondition. Aber keine Sorge: Die vielen Aussichtspunkte unterwegs laden zu Verschnaufpausen ein. Wer es gemütlicher mag, nimmt die Bergziege – oder kombiniert: hoch mit dem Bus, runter über die Treppen. So verpasst man nichts und schont die Knie.

Am Fuße des Süllbergs wartet übrigens der Elbstrand mit dem Leuchtturm Unterfeuer – der perfekte Abschluss für einen Tag in Blankenese.